Kost nix GesellschaftZur Zeit beschäftigt mich das Thema ungemein. Wann kam die Parole auf den Markt, Geiz sei geil? Gibt es sie noch, die Menschen, die glauben, dass das wirklich gut ist?

Man zieht los, kauft das, was man braucht billig, nicht günstig sondern billig, der zweite Kauf folgt bestimmt, wenn man feststellt, dass die Qualität nicht so ist, wie beim teureren Gerät, die Haltbarkeit auch.

Kostenfrei kann ganz schön teuer sein. Sind sie wirklich vorbei? Die Zeiten, als Großzügigkeit noch eine Tugend war? Man muss ja gar nicht immer großzügig sein. Man sollte nur zurückfinden zu einem guten Mittelmaß. Ist es vermessen zu behaupten, dass Menschen, die alles für  "lau" für "ümme", für "koscht nix" haben wollen, wirklich glauben, dass sie nichts mehr dafür bezahlen?

Gerade ist das Thema so aktuell wie nie, das Gold unseres Jahrtausends hat ein eigenes, verbessertes Gesetz bekommen: DATEN - Nichts ist wertvoller. Man suggeriert dem User schon mal dreist, dass er eine Plattform oder eine App kostenfrei nutzt. Ist ja super! Wo ist denn unser Misstrauen hin? Schenkt dir auf der Straße jemand 10 Euro, wirst du dann nicht misstrauisch? Oder stell dir vor, vor deiner Haustür steht ab sofort eine Firma, die protokolliert, wann du abfährst, wohin du gehst, wann du zurückkommst und wieviel du ausgegeben hast. Kostet ja nix, machst du das mit?

Was ist los mit uns? Aus rein ökonomischer Sicht hat wohl niemand was zu verschenken, das sollte doch jedem klar sein? Ein Zeitungsabo für 5 Tage, kostenlos. Toll? Oder: Vorsicht Datengrabber?

Ich bin ausgestiegen aus der Facebook-Welt zumindest aus der aktiven. Natürlich schleudert jeder, der meinen Kontakt gespeichert hat auch über mich Daten in die weite Welt. Ich kann es nicht verhindern. Ich kann mich nur bewusst distanzieren.

Es funktioniert leider nicht immer, dass man die anderen machen lässt, wenn sie das denn unbedingt wollen, denn sie schleudern immerhin MEINE Daten (MEIN Gold) raus. Bewusst oder unbewusst sei mal dahingestellt. Sie nehmen das Leck in meinem Datenschutz billigend in Kauf. So wie kürzlich beim ersten Elternabend eine der Klassenlehrerinnen meinte, dass Eltern, die der Veröffentlichung der Bilder ihrer Kinder im Internet widersprochen haben, nochmal einzeln angesprochen werden, weil man glaubt, die haben das eventuell nicht richtig verstanden. Ja hallo? Ist es nicht viel mehr anders herum? Man könne auch keine CDs mit Bildern von Ausflügen mehr verteilen, wenn die Freigabe fürs Internet nicht vorliege ??? Wer hat da was nicht verstanden oder das Gesetz nicht richtig gelesen? Der Verwendungszweck der Bilder MUSS sogar expliziert getrennt genehmigt werden, CD und Internet sind zwei unterschiedliche Medien, die unterschiedlich behandelt werden können/müssen.
Die Umsetzung der Datenschutzgesetze ist mühseelig und zeitraubend, aber mit etwas Abstand betrachtet fragt man sich doch, ist nicht viel mehr das Gesetz unser Freund und nicht der Feind? Man muss sich halt etwas mehr Mühe geben, vielleicht auch mal im Gesetz lesen und nicht nur das Futter, das über die Medien aufbereitet wurde fressen. Jede Aufbereitung hat eine subjektive Note und es wird in unserer Zeit zunehmend schwerer herauszufinden, ob man es mit gutem Journalismus zu tun hat. Sich selbst ein Bild machen ist manchmal hilfreich (DS-GVO als übersichtliche Webseite). Vielleicht auch mal ein paar Euro für einen konformen Messenger ausgeben. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

Aber genau deshalb funktioniert es für "Gesichtsbuch": Die, die aussteigen versucht die breite Masse mit aller zur Verfügung stehenden Macht zurück ins System zu befördern, es ist ja so bequem: Gleichschritt marsch!!!

Nach dem großen Cambridge Skandal gab es immer wieder Datenlecks. Das einzigst Kuriose ist doch, man spricht von Datenklau, aber wieso denn Klau? Wurden die Daten nicht freiwillig hergegeben? Die nächste Hiobsbotschaft wird daran wohl auch nichts ändern: Wieder ein Datenleck! "50 Millionen Profile ausspioniert" titelte die Tagesschau gestern abend (28.09.2018). Es wird laufen, wie immer: Ein riesiger Aufschrei und dann flaut das Interesse ab und alle machen weiter, wie vorher. Es bedarf einer Entscheidung einer bewussten Entscheidung des Einzelnen.

"Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern."


 

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